Infos & Tipps
Nennt man es nun Working Holiday Australien oder auch Work & Travel Australien - Eines ist deutlich: Der Aufenthalt in Australien hat zwei Seiten. Zum einen ist da das Reisen, das Land sehen und die grenzenlose Freiheit genießen, atemberaubende Natur entdecken und spannende Metropolen erobern. Zum anderen ist da aber auch das Arbeiten. Wichtige Voraussetzung, um sich die Reisekasse aufzubessern und sich selbst so einen langen Aufenthalt in Australien überhaupt zu ermöglichen. Wie man das macht, ist jedem selbst überlassen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Einige wollen wir hier vorstellen - aber das sind noch längst nicht alle.
Beim Fruitpicking handelt es sich um Aushilfsjobs, bei denen in der Regel Obst oder Gemüse gepflückt bzw. geerntet werden muss, teilweise gehört aber auch die Arbeit in der Verpackung dazu. Farmen, die Fruitpicking-Jobs anbieten, finden sich in vielen Gegenden Australiens, vor allem in Victoria, Western Australia, in Bereichen von Queens und New South Wales.
Wenn Du Dich dafür entscheidest, Fruitpicking zu machen, musst Du in einiger Hinsicht hart im Nehmen sein:
1. Arbeitszeiten
Man darf als Fruitpicker auf jeden Fall kein Morgenmuffel sein, denn der Arbeitstag beginnt in der Regel zwischen 5 und 6 Uhr morgens! Dann heißt es mindestens 10 - 12 Stunden malochen, denn Feierabend ist in der Regel erst zwischen 16 und 19 Uhr.
2. Unterbringung
Eine Unterkunft musst Du Dir in der Regel selbst organisieren. Nur in Ausnahmefällen bieten die Farmen auch eine Übernachtungsmöglichkeit an. Wenn Du Glück hast, wirst Du aber zu Arbeitsbeginn mit anderen Saisonkräften zusammen aus der Stadt abgeholt.
3. Strapazen
Als Fruitpicker erwarten Dich so einige Strapazen. Du arbeitest in der Regel sehr lange Zeit in der prallen Sonne - Sonnenschutz ist deswegen Pflicht! Auch eine anständige Kopfbedeckung und ausreichend Getränke auf keinen Fall vergessen! Des weiteren werden viele Obst- und Gemüsesorten in den unbequemsten Haltungen geerntet: Gebückt, mit gekrümmtem Rücken oder hockend und kniend den ganzen Tag verbringen, das ist nicht jedermanns Sache. Dazu kommt eine gewisse Eintönigkeit der Arbeit - geistige Höchstleistungen werden halt nicht gefordert sondern Durchhaltevermögen und ne Prise Humor sind angesagt. Sonst stellen sich schnell gereizte Stimmung, Müdigkeit und schlechte Laune ein.
Und jetzt noch das Fiese am Schluss: Auch das Obst selbst kann einem die Arbeit gehörig vermiesen: Verschiedene Obst- und Gemüsesorten haben gemeine Eigenschaften: Zuccinis zum Beispiel sind hinterhältige grüne Fieslinge: Sie zerstechen einem gerne Beine und Arme - deswegen unbedingt auf lange Hosen und Handschuhe achten! Mangos verspritzen bei der Ernste eine ätzende Flüssigkeit, die eine Art Verbrennung auf der Haut hinterlässt. Das ist nicht wirklich gefährlich, aber richtig unangenehm.
4. Be- bzw. Entlohnung
Kommen wir nun zum Hauptargument, FÜR einen Fruitpicking-Job: Man kann hier richtig Asche machen, wenn man sich gut anstellt! Kommt natürlich etwas auf die Form der Entlohnung an (pro Stunde oder üblicherweise nach Leistung), aber in der Regel kann man seine Reisekasse hiermit gut aufbessern!
In der Tourismus-Branche gibt es eine Menge Jobs, Voraussetzung sind aber häufig ziemlich gute Englischkenntnisse.
Ein Job in einem Backpacker-Hostel kann relativ stressig sein und es gibt meistens keine Entlohnung, dafür aber kostenlose Übernachtung und man bekommt evtl. auch ein Fahrzeug zur Verfügung. Außerdem lernt man als Aushilfe im Backpacker-Hostel selbst jede Menge neue Leute kennen!
In Hotels und Urlaubsresorts kann man sich zum Beispiel als Zimmermädchen, Kellner, an der Rezeption etc. Geld nebenbei verdienen. Die Bezahlung ist in der Regel ganz ordentlich, allerdings ist kostenlose Übernachtung im jeweiligen Hotel nicht immer mit inklusive. Hoteljobs bekommt man in Australien mehr oder weniger landsweit, aber natürlich nur dort, wo es auch Hotels gibt. Man sollte sich vorab über die Saisonzeiten in den jeweiligen Gebieten Australiens informieren.
Sehr begehrt in Australien sind Jobs auf einem Ausflugsboot oder einer Yacht. Hier kommt zum Zuge, wer gut kochen kann! Denn die Verpflegung ist in der Regel die Aufgabe, die übernommen werden muss. Segeln muss man nicht können, aber um einen mehrtägigen Segeltörn zu überstehen, sollte man schon möglichst wenig seekrank werden...
Jegliche Art von Gaststätte, Kantine, Restaurant oder Imbiss bietet eine super Möglichkeit für Backpacker, einen Job in Australien zu finden. Vorkenntnisse sind aber häufig schon gefordert, ebenso gute Englischkenntnisse. Sobald man bei seinem Job irgendwie mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommt, muss man ein "Food Hygiene Certificate" vorlegen, welches man an staatlichen oder privaten Institutionen erwerben kann.
Ein Job im Café ist die gute Alternative, wenn Du Abends lieber auf die Piste gehen möchtest, als zu arbeiten. Die meisten Cafés schließen nämlich schon um 17 Uhr. Man sollte allerdings nicht unterschätzen, wie schwierig es ist, eine professionelle Kaffeemaschine zu bedienen. Es empfiehlt sich deshalb - aber auch um die Chancen auf den Job zu erhöhen - einen "Barista Skill Course" abzulegen.
Wer lieber den Tag für sich zur Verfügung haben möchte, kann dafür abends in einer Bar jobben. Wichtig: Englischkenntnisse sind wichtig und starke Nerven!
Wwoof steht für "Willing workers on organic f arms". Entlohnung in Form von Geld bekommt man beim WWoofen nicht, dafür bekommt man Kost und Logis für lau. Für Wwoofing braucht man übrigens kein Working Holiday Visum, deswegen besteht hier die Altersgrenze auch nicht.
Neben Obst- und Gemüsefarmen gibt es in Australien auch viele Tierfarmen, auf denen man arbeiten kann. Diese Farmen suchen in der Regel das ganze Jahr über nach Aushilfskräften, sind aber auch sehr beliebt bei Working Holiday Makern - daher auch sehr schwer zu bekommen! Am besten bemüht man sich deswegen schon vor Antritt der Reise um seinen Job. Die Bezahlung ist unterschiedlich, je nach mitgebrachten Vorkenntnissen. Besonders gute Chancen auf einen Job hast Du mit handwerklichen Kenntnissen, die aber über das gelegentliche Zusammenbauen eines Ikea-Regals hinausgehen müssen. Eine Berufsausbildung als Tischler ist da eher das richtige Kaliber. Die Arbeit auf Farmen ist außerdem sehr rauh und hart. Man ist ebenfalls ständig der Sonne und der Hitze ausgesetzt und muss viel körperliche Arbeit leisten.
Auf dem Bau in Australien arbeiten - das ist wohl der schwerste ABER zugleich auch der lukrativste Job! Bis zu 20 A$ pro Stunde sind möglich. Und in Australien wird immer gebaut - Jobs gibt es also auch immer - sei es im Straßen- oder im Häuserbau oder auf Großbaustellen. Diese Jobs findet man in der Regel in der Tageszeitung oder man kann auch mal direkt an einer Baustelle nachfragen.